Weltfrauentag ist am 8. März und wir sollten uns erinnern, dass die IT erst nach den 1960ern eine Männer-Domäne wurde. Die Gründe waren gesellschaftliche und hatten nichts mit mangelnder Qualifikation oder „weiblichen“ Interessen zu tun. Können wir das irgendwann wieder gutmachen?

Vom Calculator zum Computer
Eigentlich soll Ada Lovelace das Paper zur „Analytical Engine“, einer von Charles Babbage 1837 entworfenen Rechenmaschine, nur übersetzen. Doch sie erkennt das Potenzial als Mehrzweckrechner und ergänzt den Text um ihre Theorien zur Informationsverarbeitung. Diese enthalten Instruktionen zur Berechnung von Bernoulli-Zahlen – das erste Computerprogramm der Geschichte.
Lady Lovelace (1815-1852) gilt vielen daher als erste Programmiererin der Welt.

Unterschätzt, ausgegrenzt und unverzichtbar
Anfang der 1960er haben Frauen es nicht leicht in der NASA – besonders Afro-Amerikanerinnen nicht. Dorothy Vaughns Team menschlicher Computer (ja das war ein Beruf) stand nach Einführung elektronischer Rechner vor der Arbeitslosigkeit. Vorausschauend und mutig brachte sie sich und ihren Mitarbeiterinnen FORTRAN bei, machte die neuen Maschinen nutzbar für die Behörde.
Bescheiden aber entschlossen modernisierte sie ihr Arbeitsumfeld, sicherte die Existenz ihres Teams und verbesserte so die Kultur innerhalb der Raumfahrtbehörde. Sie wurde formell zur Managerin befördert, erhielt 2019 posthum die Congressional Gold Medal und inspierte das Buch und den Film „Hidden Figures“.

Computing is too important to be left to men
Karen Spärck Jones war Professorin der Informatik in Cambridge sowie eine Förderin von Frauen in diesem Fachgebiet. Ihre Arbeit zur Verbindung von Statistik und Linguistik in den 70ern ist heute noch Grundlage für Suchmaschinen wie Google. Karens Konzept der „inversen Dokumenthäufigkeit“ beschreibt die Relevanz bestimmter Wörter bei der Auffindbarkeit von Dokumenten.
Ihr Lebenswerk wurde mit mehreren Preisen geehrt, unter anderem der BCS Lovelace Medal – benannt nach Ada Lovelace, der ersten Programmierin der Welt.

Ohne Frauen kein Internet
Elizabeth „Jake“ Feinler übernahm 1972 das Network Information Center (NIC) im ARPANET, dem Vorläufer des Internets. Als Erste erkannte sie die Bedeutung eines zentralen Verzeichnisses und entwickelte den WHOIS-Dienst. Als das Netz immer weiter wuchs erdachte ihr Team die Domain-Struktur, wie wir sie heute kennen: .com .org .gov …
2012 wurde Elizabeth als Pioneer in die Internet Hall of Fame aufgenommen.
Lese-Tipps:
– Broad Band – The Untold Story of the Women Who Made the Internet (Claire L Evans)
– Hidden Figures (Margot Lee Shetterly)